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Kühlt Luftbeimischung das Duschwasser ab? Gutachtliche Stellungnahme: Thermodynamische Analyse des Duschkomforts und der Energieeffizienz und das ecoturbino Duschsystem
Autor: Ing. Werner Krenek
Experte für angewandte Strömungsphysik und Gebäudetechnik
Datum: 09.02.2026
Gleich vorweg die Kurzfassung: Das Duschwasser wird nicht merkbar abgekühlt durch die Luftbeimischung.
Untersuchungsgegenstand: Analyse der Temperaturstabilität von Duschwasser bei variierenden Volumenströmen ( vs. ) unter Berücksichtigung von Verdunstungskälte und strömungsoptimierten Systemen (ecoturbino).
Ausgangssituation und Problemstellung
In der sanitärtechnischen Praxis berichten Nutzer gelegentlich über ein subjektives Kälteempfinden während des Duschvorgangs, insbesondere bei reduzierten Durchflussmengen. Die landläufige Annahme, dass die Umgebungsluft das Wasser nennenswert abkühlt, hält einer physikalischen Prüfung nicht stand.
Diese Expertise analysiert die tatsächlichen Energieübertragungsmechanismen und bewertet die Effizienz des ecoturbino-Systems zur Kompensation thermischer Verluste.
Thermodynamische Grundlagen
Um die Stabilität der Wassertemperatur zu verstehen, müssen zwei physikalische Größen gegenübergestellt werden:
- Spezifische Wärmekapazität (cp): Wasser hat mit cp ≈4,18 kJ/(kg*K) eine außerordentlich hohe Speicherfähigkeit für thermische Energie. Luft hingegen cp≈(1,0 kJ/(kg*K) besitzt eine sehr geringe Dichte und Wärmekapazität.
- Wärmeübergang: Ein Wärmeverlust durch Konvektion (Abgabe an die Raumluft) ist aufgrund der kurzen Fallzeit der Tropfen und der geringen thermischen Masse der Luft vernachlässigbar. Selbst bei einer Differenz von 20°C zwischen Wasser und Raumluft bleibt die Temperatur des Strahls nahezu konstant.
Der Primärfaktor: Verdunstungskälte (Evaporationsenthalpie)
Der entscheidende Energieentzug findet direkt auf der Hautoberfläche statt. Sobald Wasser verdunstet, wechselt es den Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig.
Dieser Prozess benötigt Energie (Verdampfungsenthalpie), die der unmittelbaren Umgebung – also dem Wasserfilm auf der Haut – entzogen wird.
Einflussfaktoren der Verdunstung:
- Oberflächengeometrie: Je feiner die Tropfen und je turbulenter die Strömung, desto größer ist die Angriffsfläche für die Verdunstung.
- Sättigungsdefizit: Trockene Raumluft beschleunigt die Verdunstung massiv (Partialdruckgefälle).
Quantitativer Vergleich der Volumenströme
Die Abkühlungsrate steht in direktem Verhältnis zur verfügbaren Wassermasse auf der Haut. Ein geringerer Volumenstrom reagiert empfindlicher auf Verdunstungseffekte:
| Parameter | Konventionell | Reduziert |
| Thermische Pufferkapazität | Hoch | Geringer |
| Energieverlust durch Verdunstung | 1,35°C/min (Basiswert) | 2°C/min (erhöht) |
| Relativer Energieverbrauch | 100% | ca. 67% |
Ohne Optimierung führt eine Reduktion des Durchflusses zu einer physikalisch messbaren und subjektiv spürbaren Abkühlung des Wasserfilms, da weniger “warmes Wasser nachströmt”, um den Energieverlust der Verdunstung auszugleichen.
Daraus ergibt sich ein physikalischer Temperaturunterschied von 0,65 K. Diese Abweichung liegt unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsgrenze und ist beim Duschen nicht wahrnehmbar.
Bereits normale Temperaturschwankungen in den Zubringerleitungen (z. B. durch Lastwechsel oder Durchflussänderungen) sind wesentlich höher und gelten als betriebsüblich.
Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die ÖNORM B 5019 für die Zubringerleitung von der Zentrale bis zum Duschauslauf eine maximal zulässige Temperaturabweichung von 2,5 K fordert. Die vorliegende Abweichung von 0,65 K liegt somit deutlich innerhalb der normativen Vorgaben.
Wirkungsweise der ecoturbino-Technologie
Das ecoturbino-System greift gezielt in die Strömungsdynamik ein, um das Verhältnis zwischen Wassermasse und thermischem Empfinden zu optimieren.
- Laminare Optimierung: Durch die Beimischung von Luft (Venturi-Prinzip) und die gezielte Verwirbelung wird die kinetische Energie des Strahls erhöht, ohne die reale Wassermenge steigern zu müssen.
- Reduktion der Grenzschichtverdunstung: ecoturbino sorgt für einen kompakten, aber voluminös empfundenen Wasserstrahl. Dadurch wird die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen so optimiert, dass die Verdunstung minimiert wird.
- Thermischer Ausgleich: Der Effekt ist eine Stabilisierung der Hauttemperatur. Bei 7-8 L/min mit ecoturbino wird eine thermische Behaglichkeit erzielt, die dem Standardwert von 12 L/min entspricht.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Bewertung bestätigt, dass Duschkomfort kein Produkt der reinen Wassermenge ist, sondern der **thermischen Stabilität auf der Epidermis**.
1. Komfort-Garantie: Die durch ecoturbino optimierte Strömung kompensiert den Temperaturabfall, der normalerweise bei Spararmaturen auftritt.
2. Ressourceneffizienz: Es werden ca. 40-50 % weniger Wasser und Heizenergie benötigt, um dasselbe thermische Wohlbefinden zu erreichen.
3. Physikalischer Nachweis: Das System nutzt das Prinzip der Strömungsdynamik, um die negativen Effekte der Evaporationsenthalpie zu neutralisieren.
Vorteil ecoturbino
ecoturbino zeigt, dass Duschkomfort nicht von der Wassermenge, sondern von der thermischen Stabilität auf der Haut abhängt.
Durch eine gezielt optimierte Strömungsführung wird der sonst bei wassersparenden Systemen auftretende Temperaturverlust aktiv kompensiert.
Der entscheidende Vorteil:
ecoturbino neutralisiert das Kälteempfinden, das durch Verdunstung entsteht – ohne mehr Wasser oder Energie einzusetzen.
Ergebnis:
-
Gleicher Duschkomfort bei 40-50 % weniger Wasser und Heizenergie
-
Physikalisch nachgewiesene Kompensation der Verdunstungskälte
-
Energetische Sanierung ohne Komfortverzicht
Fazit
ecoturbino ist keine Sparmaßnahme mit Kompromissen, sondern eine thermodynamisch wirksame Effizienztechnologie, die Komfort und Ressourcenschonung erstmals vereint.







