Wassergebühren sind keineswegs überall gleich hoch. Je nach Gemeinde kann derselbe Haushalt für Wasser und Abwasser mehrere hundert Euro im Jahr mehr oder weniger bezahlen – nicht wegen eines höheren Verbrauchs, sondern schlicht wegen des Wohnorts. Am Beispiel Vorarlberg lässt sich das mit konkreten Zahlen zeigen, und genau daran setzt auch die Frage an, wie ein Haushalt den eigenen, verbrauchsabhängigen Anteil selbst beeinflussen kann.
Zwischen der teuersten und der günstigsten Gemeinde in unserem Beispiel liegen 683 Euro Abwassergebühr pro Jahr – bei einer Entfernung von nur 62 Kilometern.
Wie stark unterscheiden sich Wassergebühren zwischen Gemeinden?
Der Anstoß für diesen Beitrag ist ein Bericht von VOL.AT über die teils sehr unterschiedlichen Wassergebühren in den 96 Vorarlberger Gemeinden. Der Bericht benennt das Ausmaß der Unterschiede, ohne konkrete Beträge zu nennen. Diese Lücke lässt sich mit eigenen Vergleichszahlen schließen.
Gaschurn und Bregenz im Vergleich
Für einen Vierpersonenhaushalt zeigt sich der Unterschied besonders deutlich zwischen einer alpinen und einer städtischen Gemeinde:
| Gemeinde | Abwassergebühr pro Jahr | Haushaltstyp |
|---|---|---|
| Gaschurn | 1.009 Euro | Vierpersonenhaushalt |
| Bregenz | 326 Euro | Vierpersonenhaushalt |
| Unterschied | 683 Euro pro Jahr | – |
Warum Topografie und Siedlungsdichte die Gebühr beeinflussen
Ein Teil des Unterschieds lässt sich mit der Struktur der Gemeinden erklären. Gaschurn erstreckt sich über 177 Quadratkilometer bei rund 9 Einwohnern pro Quadratkilometer. Bregenz kommt auf knapp 30 Quadratkilometer bei 992 Einwohnern pro Quadratkilometer. In einer dicht besiedelten Stadt verteilen sich die Kosten für Leitungsnetz und Kläranlage auf deutlich mehr Haushalte als in einer weitläufigen, alpinen Gemeinde.
Wie aufwendig Bau und Sanierung in bergigem Gelände sein können, zeigt das Projekt Tafamunt in Gaschurn: Allein für Hangsicherungen, Felswände und Schachtarbeiten waren 800.000 Euro veranschlagt, das Gesamtbudget für Wasser- und Abwassermaßnahmen lag bei 2,5 Millionen Euro. Solche Kosten fließen über Jahre in die Gebührenkalkulation ein und erklären, warum Gemeinden mit schwierigem Gelände tendenziell höhere Gebühren verlangen als dicht besiedelte Talgemeinden.
Wenn Gebühreneinnahmen die Kosten übersteigen
Nicht jeder Unterschied lässt sich allein mit realen Kosten begründen. In einzelnen Gemeinden wurden laut Prüfbericht Defizite bei Transparenz und gesetzmäßiger Kalkulation festgestellt, teilweise sollen Gebühreneinnahmen die tatsächlichen Ausgaben um mehr als 200 Prozent übersteigen. Diese Angabe sollte vor Veröffentlichung mit der genauen Fundstelle im Bericht unterlegt werden.
Prüfbericht vom Rechnungshof runterladenWas Haushalte selbst beeinflussen können
Die Grundgebühr einer Gemeinde lässt sich als Haushalt nicht ändern. Der verbrauchsabhängige Teil der Rechnung dagegen schon – und der macht bei vielen Tarifen einen erheblichen Anteil aus.
Welche Posten auf der Wasserrechnung stehen
Eine typische kommunale Abrechnung setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:
- Wasserpreis pro Kubikmeter Frischwasser
- Abwasser- beziehungsweise Kanalgebühr pro Kubikmeter
- Grundgebühr oder Zählergebühr, unabhängig vom Verbrauch
- gegebenenfalls Pauschalen oder Zuschläge
Nur die verbrauchsabhängigen Posten – Wasserpreis und Abwassergebühr pro Kubikmeter – reagieren auf einen geringeren Verbrauch. Die Grundgebühr bleibt in aller Regel gleich, egal wie viel Wasser tatsächlich durchläuft.
So findet man den eigenen Tarif
Um die eigene Rechnung einzuordnen, lohnt sich ein kurzer Blick in wenige Unterlagen:
- die letzte Wasser- und Abwasserabrechnung mit Verbrauch in Kubikmetern
- Wasser- und Abwassergebühr getrennt notieren
- Grundgebühren und Pauschalen separat erfassen
- die aktuell gültige Gebührenordnung der Gemeinde prüfen, da sich Tarife regelmäßig ändern
- daraus die Kosten pro Kubikmeter und die jährliche Gesamtbelastung berechnen
Gebühren werden von Gemeinden immer wieder angepasst. Ein Tarif von vor zwei Jahren muss heute nicht mehr gelten.
Duschen als größter Hebel beim Wasserverbrauch
In den meisten Haushalten entfällt ein großer Teil des Trinkwasserverbrauchs auf das Duschen. In unserer Modellrechnung für einen Vierpersonenhaushalt setzen wir dafür rund 120.000 Liter beziehungsweise 120 Kubikmeter pro Jahr an. Da ein Kubikmeter Frischwasser in etwa einen Kubikmeter Abwasser erzeugt, wirkt sich ein geringerer Duschverbrauch gleich doppelt aus: auf die Frischwasserrechnung und, sofern die Gemeinde verbrauchsabhängig abrechnet, auch auf die Abwassergebühr.
Von der Gemeinde festgelegt
- Grundgebühr, unabhängig vom Verbrauch
- Preis pro Kubikmeter Wasser und Abwasser
- Investitionskosten für Leitungsnetz und Kläranlage
- Kalkulationsmodell der jeweiligen Kommune
Vom eigenen Verbrauch abhängig
- tatsächlich verbrauchte Kubikmeter Wasser
- verbrauchsabhängiger Anteil der Abwassergebühr
- Energiebedarf für die Warmwasserbereitung
- Duschdauer und Anzahl der Duschvorgänge pro Person
Beispielrechnung: 40 Kubikmeter weniger im Jahr
Wir setzen bei unserem ecoturbino® ET10L eine Wassereinsparung von 40 bis 50 Prozent an. Bei einem Ausgangsverbrauch von 120 Kubikmetern Duschwasser pro Jahr ergibt das eine Einsparung von rund 40 Kubikmetern Frischwasser und, bei verbrauchsabhängiger Abrechnung, ebenso viel weniger Abwasser. Hinzu kommt der geringere Energiebedarf für die Warmwasserbereitung.
Übertragen auf unsere beiden Modellgemeinden ergibt sich daraus:
- Gaschurn: ca. rund 180 bis 250 Euro Gebührenersparnis pro Jahr
- Bregenz beziehungsweise Rheintal: ca. rund 250 bis 400 Euro Gesamtersparnis pro Jahr, inklusive Warmwasserenergie
Diese Werte sind eine Modellrechnung auf Basis der genannten Annahmen. Für eine individuelle Berechnung braucht es den örtlichen Wasser- und Abwasserpreis, den verwendeten Energieträger, die Duschdauer und die Personenzahl im Haushalt.
Wie der ecoturbino® SPA-Optimierer den Duschverbrauch senkt
Der ecoturbino wird zwischen Duscharmatur und Duschschlauch montiert, ohne Handwerker und in weniger als fünf Minuten. Im Inneren mischt er dem Wasserstrahl über ein Venturi-Prinzip Luft bei. Dadurch sinkt die durchlaufende Wassermenge, während Strahlvolumen und Duschgefühl erhalten bleiben. Die Einsparung von 40 bis 50 Prozent ist im TÜV-Austria-Gutachten nachvollziehbar dokumentiert.
TÜV Austria
Wie sich Wasser- und Energiekosten je nach Region und Klima unterschiedlich auswirken können, zeigen die internationalen Anwendungsbeispiele von ecoturbino, die über verschiedene Länder und Einsatzgebiete hinweg dokumentiert sind.
Anschaffungskosten und Amortisation
Wie schnell sich die Anschaffung amortisiert, hängt vom örtlichen Wasser- und Abwassertarif, dem Energiepreis, der Personenzahl und der tatsächlichen Duschgewohnheit ab. Eine pauschale Amortisationszeit lässt sich daraus nicht ableiten, wohl aber eine grobe Einordnung anhand der eigenen Wasserrechnung und der oben genannten Modellwerte.
Häufige Fragen
Dichte besiedelte Gemeinden verteilen die Kosten für Leitungsnetz und Kläranlage auf mehr Haushalte, während weitläufige, alpine Gemeinden aufwendigere Bau- und Sanierungsarbeiten haben. Hinzu kommt, dass Gemeinden ihre Gebühren unterschiedlich kalkulieren und die Einnahmen nicht überall exakt den tatsächlichen Kosten entsprechen.
In der Regel finden sich der Wasserpreis pro Kubikmeter, die Abwassergebühr pro Kubikmeter sowie eine verbrauchsunabhängige Grundgebühr. Teilweise kommen Zählergebühren oder Pauschalen hinzu.
In unserer Modellrechnung sinkt der Wasserverbrauch beim Duschen um 36 bis 40 Prozent. Bei einem Ausgangswert von 120 Kubikmetern pro Jahr für einen Vierpersonenhaushalt entspricht das rund 40 Kubikmetern weniger im Jahr.
Der ecoturbino mischt dem Wasserstrahl über ein Venturi-Prinzip Luft bei, wodurch Strahlvolumen und Duschgefühl erhalten bleiben, während weniger Wasser durchläuft.
Nein. Die Grundgebühr wird von der Gemeinde unabhängig vom Verbrauch festgelegt. Beeinflussen lässt sich nur der verbrauchsabhängige Anteil aus Wasser- und Abwasserpreis pro Kubikmeter.










